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Herr und eine Lady in Red: Marina Kopp und Thorsten Engels Foto: Hirschberg

Kultur: Landestheater Dinkelsbühl in der Reichsstadthalle

Ein echter Wahnsinn!

ROTHENBURG – Weltuntergang verpasst? Kein Problem, da war nichts los. Aber in der Reichsstadthalle, da tobte an jenem weltweit beäugten Freitag „Der nackte Wahnsinn“ des britischen, satirischen Dramatikers Michael Frayn. Leider fanden die Menschen nicht zahlreich den Weg zum rundum meis­terlichen Jahres­end-Gastspiel des Landes­theaters Dinkelsbühl. Das glänzend spiellaunige, neunköpfige Ensemble unter der Regie des passionierten Komödien-Experten Peter Cahn unterhielt bannend über zweieinhalb Stunden.

Eine Farce, eine Fülle war das, wie sie schmackhafter kaum sein kann in der Haut einer Lustspielwurst, aufgetischt in drei großzügig bemessenen Aktportionen. Wer das Theater von jeher für eine sinnhaft fragwürdige Einrichtung, das Schau­spielervolk für charakterlich bedenklich hält, der bekommt in Michael Frayns possenreich wie liebevoll detailliert durchspötteltem Stück aus dem Jahr 1982 so richtig Oberwasser. Ein schrecklicher Verein, der sich da auf der Bühne tummelt: zickige Frauen, vergessliche Männer, hysterische Anfälle, alkoholbedingte Ausfälle, eifersüchtige Stutenbissigkeit und dumpfbackiger Schlagabtausch der Platzhirsche. Aber man lernt sie alle lieben, die dort auf den Brettern ihr Spiel betreiben, erkennt im Mikrokosmos des fiktiven Bühnenlebens das wirk­­liche wieder.

Bis zur Pause ist das Publikum Zeuge einer Generalprobe zur Verwirrposse „Nackte Tatsachen“ mit all den Problemen zwischen Regisseur und Ensemble. Danach wird das Bühnenbild umgedreht, so dass der Zuschauer in der zweiten Halbzeit die Aufführung von der Hinterbühne aus sieht. Er hört das Stück, sieht es nicht, aber kann die privaten Querelen der Schauspieler, ihre Ängste, Komplexe beobachten und erhält infusionsgleich eine Portion des speziellen „Theaterbluts“ verabreicht. Daduch wird das Publikum empathisch, hofft und bangt mit der Schauspielertruppe. Gelungenes Hand­werk, wie die Akteure pantomimisch agieren, da hinter den Kulissen jede Streitbarkeit, jede Panne natürlich schweigend behoben werden muss.

Die Rollen, die durch das „Stück im Stück“ jeweils doppelte sind, wirken durchweg überzeugend besetzt, ein Publikumsliebling löst den anderen ab in den punktgenauen Kostümen von Ursula Blüml. Gerade noch entzückt Thomas Tucht als vergesslicher, berlinernder Einbrecher, da bringt schon wieder Julia Eckers als Haushälterin Mrs. Cla­ckett mit kauziger Stimmgewalt zum Kichern, wenn sie erneut ih­ren Sardinenteller nicht findet. Marina Kopp ist nicht nur in Dessous ein Hingucker, sondern gibt ihrer Vicki einen wohl kalkulierten Hauch „Klim­bim“.

Bernd Berleb, Thorsten Engels, Julian Niedermeier und Sonja Tièschky konturieren und komplettieren mit Konzentration und Leidenschaft. Weitere Highlights sind die Regieassistentin Poppy, gespielt von Katharina Felling, einem Komik-Talent und Andreas Peteratzinger, der das Geschehen in der Rolle des Regisseurs Lloyd Dallas zusammenhält durch seine mühsam bewahrte Contenance. Bravos für bestens gespielten Wahnsinn!

bhi, 27.12.2012


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