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Auf bestehenden Wanderwegen wie hier bei der Gipsmühle soll der Besucher von Station zu Station geführt werden. Foto: Weber

Die Stadt und das umliegende Taubertal sollen neue Attraktion erhalten

Lob fürs Mühlenweg-Konzept

ROTHENBURG – Im Kopf beziehungsweise auf dem Papier oder als Computerdatei gibt es ihn schon, den Rothenburger Mühlenweg mit seinem vielversprechenden Konzept und seinen sicher nicht unbeträchtlichen Chancen für die Stadt. Die Kunsthistorikerin Edith Schöneck aus Obernzenn hat im Auftrag des Verkehrsvereins darüber nachgedacht, wie sich dieses einzigartige denkmalpflegerische und technikgeschichtliche Kapital der Mühlen im Taubertal und Schandtaubertal zu einem interessanten Angebot für Besucher und Einheimische verbinden ließe. Der Fremdenverkehrsausschuss des Stadtrats zeigte sich jetzt beeindruckt, als sie ihre Überlegungen vorstellte.

Kaum eine andere Region habe das zu bieten, was Rothenburg da zu Füßen liege, gab Edith Schöneck den Mitgliedern des Gremiums zu verstehen und fasste ihr bisher vorliegendes Konzept zum knapp halbstündigen Vortrag zusammen. Die hiesigen Mühlen ein-chließlich jener wasserunabhängigen, von Rössern getriebenen im Kappenzipfel, glänzten nicht nur durch ihre herrliche Lage in der Landschaft und in der Natur, sondern auch durch ihre große Vielfältigkeit in der Funktion.

Da wurde natürlich mit Hilfe der Wasserkraft Getreide zu Mehl gemacht. Aber hier wurden auch, als das Schwarzpulver erfunden war, im ausgehenden Mittelalter die zur Pulverherstellung notwendigen Zutaten Holzkohle, Schwefel und Salpeter gemahlen oder zerkleinert und zur explosiven Mischung zusammengestellt. Außerdem bedienten sich unsere Vorfahren schräg unterhalb des Schandhofs an der Schandtauber der Möglichkeit, mit Wasserkraft, einen Hammer mechanisch anzutreiben, mit dessen Kraft ein Werkstück gefertigt werden konnte. Pumpwerke wie die Bronnenmühle runden diesen Bestand ab.
Dies alles lasse sich unter der Überschrift „Mühlen und die Kraft des Wassers“ gut zusammenführen und ansprechend von der Denkmalpflege über die Technikgeschichte bis zur allgemeinen Historie durchkonjugieren, gibt die Kunsthistorikerin zu verstehen. Bereits vorhandene Wanderwege und Routen wie der Wasserlehrpfad an der Schandtauber sollen als Verbindung zwischen den einzelnen Besichtigungspunkten genutzt werden. Auf Tafeln könnten Jung und Alt über Besitzverhältnisse, Bedeutung, Beziehung zur Stadt und vieles mehr informiert werden. Die didaktische Aufbereitung des gesamten Mühlenthemas anhand der Gebäude und deren Einrichtungen soll verschiedene Altersstufen umfassen.

Die Kunsthistorikerin ist Leiterin der Museumspädagogischen Werkstatt Schloss Obernzenn. Daneben weiß sie als sogenannter „European Cultur Mediator“ genau, was Projekte brauchen, um aus Töpfen in Brüssel gefördert zu werden. Beim Rothenburger Mühlenweg sind die Voraussetzungen aus ihrer Sicht nicht schlecht, weil dabei Stadt und Land verbunden werden mit stark gemeindeübergreifendem Ansatz, weil er sogar über die Landesgrenze hinüber wirkt und weil er sich darüber hinaus auch als Stätte der europäischen Begegnung anbietet.

Ihre Vision ist, dass sich dieser für ganz Franken als Vorzeigeprojekt vorgesehene Mühlenweg nicht nur in Bayern absolute Vorreiterrolle einnimmt, sondern sich zur Brücke zwischen Nord- und Süddeutschland entwickelt. Selbst die internationale Klaviatur lasse sich hier spielen, wenn beispielsweise zu Mühlen-Tagungen mit den Niederlanden, Irland und der Schweiz eingeladen werde.

In der Hammerschmiede könnte sich Edith Schöneck durchaus ein Mühlenmuseum vorstellen, und auch einen idealen Veranstaltungsort für Lesungen, Konzerte und vieles mehr. Der Weg soll in einer Schleife über Rossmühle, Schmelzmühle, Gipsmühle bis hinunter zur Bronnenmühle und über den Klingenturm als Teil der alten städtischen Wasserversorgung führen. Tauberaufwärts und auch tauberabwärts setzen dort Verbindungen an, auf denen sich der Wanderer, Natur-, Technik- und Heimatfreund das Thema noch ausführlicher erlaufen kann.

Verbündete für das Projekt hat die Kunsthistorikerin schon gefunden. Die Liste reicht von den Mühlenbesitzern, die ausnahmslos begeistert auf das Vorhaben reagiert haben, bis hin zum Haus der Bayerischen Geschichte und zur Landesstelle für nichtstaatliche Museen. Und es scheint durchaus vorstellbar, dass auch noch weitere wie etwa der Freistaat selbst und eine ganze Reihe von Behörden und Organisatione mit ins Boot geholt werden können.
„Am kommenden Dienstag soll ein Förderverein gegründet werden“, kündigen Initiator Karl-Heinz Schneiderund seine Mitstreiterin Jutta Striffler an. Er soll die Sache zu wesentlichen Teilen vorantreiben helfen. Als gemeinnützige Einrichtung hat er ganz andere Möglichkeiten als der Verkehrsverein, dem diese wesentliche Voraussetzung fehlt.

Alle Förderanträge laufen über diesen neuen Zusammenschluss, der sich auch um Spenden und um weitere Finanzmittel kümmert. Der Förderverein, so wird angekündigt, werde demnächst zu einer Veranstaltung einladen, bei der ganz ausführlich über das Projekt informiert wird.
„Die Stadt und die beteiligten Gemeinden werden an Bedeutung gewinnen. Der Mühlenweg bringt ganz andere Gäste und Besucher her als bisher,“ kündigt die Kunsthistorikerin an. Das sei in wirtschaftlicher Hinsicht ein Gewinn aber auch beim Image.

Oberbürgermeister Walter Hartl ist angetan vom Konzept und nennt es fachlich fundiert. An diesem Beispiel zeige sich, welches Potenzial hier in Rothenburg und in der unmittelbaren Umgebung vorhanden sei. Positiv sei nicht zuletzt auch der verbindende Ansatz zwischen Stadt und Land. Edith Schöneck sei sehr kreativ ans Thema herangegangen und habe es bis ins letzte Detail durchdacht.
Auch Mühlenführer Hans Gustaf Weltzer sowie die Stadträte Dr. Wilhelm Berger, Traudl Reingruber, Gerhard Pfänder, Susanne Landgraf und Irmgard Mittermeier äußern sich überaus lobend.

ww, 29.11.2006


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