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Die Gipsmühle gleich oberhalb des Wildbades. Auch sie wird zum kommenden Mühlenweg gehören. Foto: Weber

Mühlenweg-Konzept stößt auf Zustimmung und Begeisterung

„Vergessenes Thema bekommt ein Gesicht“

ROTHENBURG – Auf große Resonanz bei den Bürgermeistern der Umlandgemeinden und auf viel Begeisterung bei den Mühlenbesitzern ist die Idee des Mühlenwegs an der Tauber von der Quelle bei Wettringen vorbei an Rothenburg und über die Landesgrenze hinweg gestoßen. Edith Schöneck, die das Konzept (wir berichteten) entwickelte und jetzt in der Johanniterscheune einem geladenen Kreis vorstellte, freut sich nach diesem Echo ebenso wie Lothar Schmidt, der den neuen Förderverein „Taubermühlenweg“ anführt.

„Ich sehe die Veranstaltung als Riesenerfolg,“ betont Kunsthistorikerin Schöneck gegenüber unserer Redaktion und zeigt sich angesichts der Reaktion der gut 60 Zuhörer in der „guten Stube des Kriminalmuseums“ davon überzeugt, dass nun eine ganz wichtige Voraussetzung gegeben ist, um das Konzept umzusetzen.
Schmidt spricht von einer großen Aufgeschlossenheit, die an diesem Abend dem Projekt zuteil wurde, verspürte den warmen Applaus und viele Ermutigungen als Aufmunterung und Bestärkung. Es ist von der „größten Müllerversammlung seit Jahrzehnten“ die Rede. Dabei sind die aus wirtschaftlicher und geschichtlicher Tradition sonst eher auf sich allein fixierten Müller der Tauber und der Schandtauber zusammengerückt und haben Schulterschluss gezeigt, was ein absolut denkwürdiger Vorgang ist.

Von der großen Vergangenheit zeugen vielfach nur die Gebäude, da und dort vielleicht noch Teile der technischen Einrichtung. Der Zahn der Zeit nagt teilweise besorgniserregend am Bestand und das Erhalten der Substanz wächst über den Kopf. In dieser Hinsicht wird der Mühlenweg als Hoffnungsschimmer gesehen. Aber er ist ein gutes Stück mehr. „Die Müllerei im Taubertal bekommt eine Identität und ein vergessenes Thema bekommt ein Gesicht,“ betont Schmidt.

Kunsthistorikerin Schöneck aus Obernzenn hat im Auftrag des Verkehrsvereins darüber nachgedacht, wie sich dieses einzigartige denkmalpflegerische und technikgeschichtliche Kapital der Mühlen im Taubertal und Schandtaubertal zu einem interessanten Angebot für Besucher und Einheimische verbinden ließe. Sie kann dabei aus dem Vollen schöpfen, denn kaum eine andere Region hatdas zu bieten, was Rothenburg da zu Füßen liegt. Die hiesigen Mühlen einschließlich jener wasserunabhängigen, von Rössern getriebenen im Kappenzipfel, glänzen durch ihre herrliche Lage in der Landschaft und in der Natur und auch durch ihre große Vielfältigkeit in der Funktion.

Mit dem Mühlenweg soll der Schatz an Tauber und Schandtauber didaktisch aufgearbeitet und sozusagen im Bündel bekannt gemacht werden. Das umfasst die Geschichte und die Bedeutung der Mühlen ebenso wie die Besitzverhältnisse, die Sozialgeschichte, die Bedeutung des Wassers und vor allem auch den Bezug zur Stadt Rothenburg.

Das Projekt kann auch weit über unsere Region ausstrahlen, ist Edith Schöneck überzeugt. „Der Rothenburger Mühlenweg, ein fränkisches Modellprojekt in Bayern“ formuliert sie. Damit werde ein Zeichen zum Natur- und Kulturerhalt gesetzt, das langfristig überregional an Bedeutung gewinne.
Auch eine mögliche Kooperation mit anderen Mühlenwegpartnern in Norddeutschland aber auch mit dem „Oberschwäbischen Mühlenweg“ hat sie schon fest ins Auge gefasst. Zu Füßen Rothenburgs könne der Start für einen neuen Mühlenweg von Norden nach Süden gelegt werden. Der Vergleich und die Verknüpfung mit anderen Mühlenwegen bringe nicht zuletzt auch Wissen und Anregungen. Zudem könnten hier Schritte auf einem deutschen Mühlenweg gegangen werden, der von Norden (Mecklenburg-Vorpommern) nach Süden (Bayern) durch unser Gebiet läuft.

Ein reger Wissensaustausch wäre gewährleistet. Bei der Suche nach europäischen Partnern wie beispielsweise der Einbeziehung der Niederlande, der Schweiz, Spaniens, Frankreichs und Irlands könnten erste Überlegungen zu einem europäischen Mühlenweg angedacht werden. Beim Sokrates-Bildungsprogramms der Europäischen Union mit dem Titel„Mühlen als Lernorte und Mühlenwege als europäische Stätten der Begegnung“ konnte der hiesige Mühlenweg sogar ein Projekt von europäischer Dimension werden.

Die Stadt Rothenburg wurde an dem Abend vertreten durch Bürgermeister Kurt Förster, der sich, ebenso wie seine Kollegin Bürgermeisterin Irmgard Mittermeier, überaus positiv zum kommenden Mühlenweg äußerte. Auch mehrere Stadträte waren gekommen, um sich ein Bild von dem Vorhaben zu machen. Der Verkehrsverein, der Auftraggeber des Konzeptes ist und auch die Rechte daran hat, war vertreten durch Vorsitzenden Karl-Heinz Schneider und seine Stellvertreterin Jutta Striffler. Kreisrat Hermann Schönborn zeigte im Auftrag des Landkreises Ans-bach Flagge bei der Veranstaltung.
Aus dem Landgebiet waren die Bürgermeister Michael Kandert (Wettringen) und Hans Beier (Steinsfeld) gekommen. Die Gemeinde Adelshofen wurde vertreten durch den zweiten Bürgermeister Horst Beck aus Tauberscheckenbach. Aus Creglingen kamen sowohl der Archshöfer Ortsvorsteher Werner Mantel als auch Klaus Hein als der für den Tourismus Zuständige.

In dieser Woche noch werden bei einem Treffen mit dem Taubermühlenverein die Weichen für die jetzt folgenden Arbeitsschritte gestellt. Der neu gegründete Verein soll nach dem Verständnis von Edith Schöneck sowohl für die die weitere ideelle als auch für die finanzielle Unterstützung des Projektes sorgen. Im Vorfeld der Veranstaltung hatten Vorstands- und Beiratsmitglieder die Mühlen abgeklappert und für das Projekt geworben.

„Jeder kann mitmachen, ob Mühlenbesitzer oder nicht“, betont Edith Schöneck und lädt dazu ein, sich doch direkt bei ihr zu melden (Telefon 09844/96990). Sie werde gemeinsam mit Volkskundler Hans-Gustaf Weltzer die wissenschaftliche Aufarbeitung besorgen, kündigt sie an.

Schon im kommenden Sommer sollen an den ersten Mühlen im Taubertal
Tafeln mit erläuternden Texten stehen. „Natürlich werden wir nichts über den Kopf eines Mühlenbesitzers hinweg tun. Aber bisher haben wir mit unserem Konzept nur offene Türen eingerannt,“ betont Edith Schöneck voller Zuversicht.

ww, 05.02.2007


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