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Urkunde für das Ehrenmitglied Herbert Hachtel. Foto: Weber

Verkehrsverein macht aus einem vom Verkehrsamt errechneten Zuwachs ein Minus

Übernachtungszahlen korrigiert

ROTHENBURG – Die jüngste Jahreshauptversammlung des Verkehrsvereins in der „Schranne“ haben die Teilnehmer und Teilnehmerinnen zu einem lebhaften und engagierten Gedankenaustausch genutzt.

Nach den obligatorischen Berichten und Grußworten gab es aus dem kleinen Kreis der Anwesenden zahlreiche und wiederholte Wortmeldungen zum vorherrschenden Thema, nämlich wie es um den Fremdenverkehr in der Tauberstadt bestellt ist, was im Argen liegt und was künftig besser gemacht werden könnte und sollte. Mehrere konkrete Vorschläge und Anregungen wurden vorgebracht. In seinem gestrafften und zügig vorgelesenen Bericht zählte Vorsitzender Karl-Heinz-Schneider zunächst beispielartig die wesentlichen Tätigkeiten, Maßnahmen und Aktionen des Vereins im abgelaufenen Jahr auf, wie etwa Werbemaßnahmen und Messebeteiligungen, Mitgliedschaft bei Touristikverbänden, Osterei oder Weltkulturerbe.

Verstärkt habe man sich der Installation des Taubermühlen-Wanderwegs zugewandt und aus steuerlichen und satzungsrechtlichen Gründen einen Förderverein gegründet. Mittlerweile sei der Rothenburger Mühlenweg auf den Weg gebracht worden, das Projekt den Bürgermeistern und Müllern vorgestellt worden („Die Resonanz war riesig“), in Arbeitssitzungen der Verlauf des Weges entwickelt und in seinen Grundzügen festgelegt worden. Inzwischen liegen die Entwürfe über Inhalte und Aussehen der ersten Tafeln vor und sollen nun am 14. Mai (verbunden mit einer Ausstellung und weiteren Aktionen) in der Johanniterscheune vorgestellt werden.

In seinem Rückblick auf die Entwicklung des Fremdenverkehrs in Rothenburg korrigierte der Vereinsvorsitzende die (nach einem entsprechenden Bericht aufgekommene) Annahme, dass bei den Übernachtungszahlen 2006 ein erstaunlicher Zuwachs von acht Prozent zu verzeichnen war. Nimmt man die beiden Campingsplätze in Detwang aus, ergäben sich keine positiven Übernachtungszahlen und kein Zuwachs, sondern ein Minus von einem Prozent (oder 4000 Übernachtungen). 2005 gab es 402365 Übernachtungen, 2006 nur noch 399000. „Es zeigt sich also, dass wir auch im Jahr 2006 erneut Boden verloren haben“, führte Karl-Heinz-Schneider aus. Im Jahre 2001 hatte man in Rothenburg noch 435000 Übernachtungen gezählt, 2003 aber schon einmal unter 400000 (nämlich 382000 Gäste). An das städtische Verkehrsamt richtete er „die dringende Bitte“, künftig mit „bereinigten Zahlen zu operieren“.

Der Verkehrsverein werde an seinem „bisherigen Messemanagement festhalten und weiterhin darauf drängen, dass das Osterprogramm und die Wanderwochen adäquat beworben werden“, so der Vorsitzende. „Wie in den vergangenen Jahren hoffen wir, dass die Zusammenarbeit mit dem Fremdenverkehrsamt den Boden des redlichen Bemühens hinter sich lässt und erkennbare Erfolge sich einstellen, wenngleich die Angelegenheit mit dem noch immer fehlenden Konzept des Topplerjahres einige Zweifel aufkommen lässt“, so Karl-Heinz Schneider wörtlich.

Nach Einschätzung von Verkehrsdirektor Johann Kempter ist heuer mit einer wesentlichen Änderung und Besserung kaum zu rechnen. „Es wird ein schwieriges Jahr“, gab Kempter zu verstehen, es sei der Fremdenverkehr „fast nicht mehr zu planen“. Trends gebe es kaum noch. Beachtlich hohe Werbeetats von großen Städten (wie 13 Millionen Euro in Berlin) würden erkennen lassen, dass sich Tourismus heute „anders bewegt als noch zuvor“, sagte der Verkehrsdirektor und sprach von einem „ruinösen Wettbewerb“. Zunehmende Bedeutung habe die Kategorisierung in der Hotelerie (Einteilung der gastronomischen Betriebe nach Sternen). Mehr Transparenz auf diesem Gebiet sei in den Rothenburger Betrieben geboten, meinte Kempter.

Oberbürgermeister Walter Hartl nahm in seinem Grußwort auch (von Karl-Heinz-Schneider dazu aufgefordert) zu einem Bericht Stellung, wonach es dem OB darum gehe, Rothenburgs Erscheinungsbild künftig nicht mehr ausschließlich vom Tourismus und Fremdenverkehr zu sehen. Es gehe ihm darum, dieses Thema weiter gezogen zu wissen als nur auf den Tourismus. Schließlich können Gäste auch anderes erleben, ließ der Oberbürgermeister in der Versammlung wissen. Im Übrigen sind seiner Ansicht nach Übernachtungszahlen nur dann steigerbar, „wenn wir das Umfeld verstärkt einbinden“. Alle Angebote müssten zusammengeführt werden, betonte OB Hartl. Es gibt zu bedenken, wenn zur Zeit die Stadt „nur in der Richtung Massentourismus wahrgenommen wird“, äußerte Hartl unter anderem, als man im Gremium dazu übergegangen war, die Meinungen auszutauschen, wie es in Sachen Fremdenverkehr weitergehen kann.

Wie Analysen zeigten, würden von Gästen nach wie vor echte und gute Historie nachgefragt, aber gleichzeitig auch Unterhaltungsangebote für Kinder, steuerte Jutta Striffler im Meinungsaustausch bei. Wie jetzt in Bamberg praktiziert gelte es, das Umland verstärkt mit einzubeziehen und diese Potenziale besser zu nutzen, meinte die stellvertretende Vorsitzende. Eine Reihe von Anregungen und Verbesserungsvorschlägen in Bezug auf die Wanderwochen trug Franz Metschl vor. Vor allem die Bekanntmachung der Wanderungen und die entsprechenden Informationen müssten besser laufen, meinte Metschl.

Die einseitige Berichterstattung in der örtlichen Presse in Bezug auf Veränderungen und aktuelle Überlegungen (wie etwa die Außenbewirtschaftung) bemängelte Gastronom Harald Schürl. „Man meint, es gibt nur noch den Marktplatz und die Galgengasse“, so der Köcheclub-Vorsitzende. Eine Stadtführerin kritisierte, warum der Tourismus-Service gerade am Wochenende kürzere Öffnungszeiten hat.

Wegen seiner Verdienste um den Fremdenverkehr hat der Verein jüngst beschlossen, den ehemaligen Oberbürgermeister Herbert Hachtel zum Ehrenmitglied zu ernennen. In der Versammlung überreichte ihm nun Vorsitzender Karl-Heinz-Schneider die groß eingerahmte Urkunde.

hap, 09.05.2007


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