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Allzu leichtfertig hat man in Deutschland historische Alleen beseitigt. Was im Rothenburger Land noch da ist, gilt es zu bewahren. Hier die Straße von Leuzenbronn kommend. Foto: diba

Landhege-Gebiet dokumentiert

Eine reich gesegnete Kultur-Landschaft

ROTHENBURG LAND – Es ist eine der wenigen noch ziemlich ursprünglichen Kultur-Landschaften in Deutschland, die das Rothenburger Gebiet aufzuweisen hat. Diese Tatsache bringt jetzt eine sehr wertvolle Arbeit im Auftrag des Bayerischen Landesamtes für Umwelt, Naturschutz und Landschaftspflege ins Bewusstsein. Der Verfasser gewährte uns schon vor Erscheinen der umfangreichen Schrift Einblick.

Die Untersuchung und Darstellung umfasst Rothenburg und sein Landgebiet, wobei es vorrangig um die ehemalige Landhege aus Topplers Zeiten geht. Der Landschaftsplaner Dr. Ing. Thomas Büttner, gebürtig im befreundeten Rotenburg an der Fulda (Hessen), steckt in den abschließenden Arbeiten für die zu druckende Broschüre.

„Eine kulturlandschaftliche Entdeckungsreise“ ist sie überschrieben, gut bebildert und mit schönen grafischen Darstellungen zur ehemaligen Landhege versehen. Man merkt es den Texten an, dass sich der Fachautor lange und intensiv vor Ort informiert hat, mit vielen Leuten ins Gespräch kam, die ihm zu Geschichte, Kultur und Landschaftsentwicklung Wissenswertes erzählten. Und natürlich stützt sich Dr. Büttner auf die vorhandenen Daten, soweit sie als fundiert gelten können. Dass seine Arbeit wie bestellt zum Toppler-Jubiläumsjahr erscheint, ist ein erfreulicher zufälliger Nebeneffekt. Es geht um eine kulturhistorische Charakterisierung einer landesgrenzüberschreitenden Kulturlandschaft im Taubertal und dabei wird der Frage nachgegangen, inwieweit die über fünfhundertjährige Geschichte der Reichsstadt Rothenburg (1274 - 1802) bis heute noch ablesbare Spuren in der Kulturlandschaft hinterlassen hat. So unterstreicht dies der Autor selbst auch in seiner Einführung zum Thema. Gleichzeitig wird damit eine wertvolle Bestandskarte vorgelegt, in der die charakteristischen Merkmale und prägenden Elemente einer solchen Landschaft eingetragen sind.

Dazu zählen auch die Relikte der alten Landhege, Zeugnisse früherer Landnutzung (wie Weinbau und Teichwirtschaft, Schafhaltung und Waldnutzung) und das bedeutsame Mühlenwesen, aber auch einstige Ziegeleien oder Kalkbrennereien. Betont wird, dass wesentliche historische Elemente bis heute diese Landschaft prägen und mehr als erhaltenswert sind. Somit kann diese Arbeit das Bewusstsein für die Werte schaffen, die letztlich auch im Fremdenverkehr und Tourismus für positive Attribute sorgen und so eine wirtschaftliche Grundlage schaffen.

Im Gespräch hebt Thomas Büttner hervor, wie wichtig in diesem Zusammenhang solche Qualitäts-Initiativen wie die zum Rothenburger Mühlenweg oder auch zum Hegereiterland sind. So ist auch den Mühlen im Taubertal und in den Nebentälern ein eigenes Kapitel gewidmet. Ebenso dem Weinbau. Sehr wertvoll ist auch, dass der Autor das Augenmerk auf Aspekte lenkt, die in der Öffentlichkeit vielleicht noch zu wenig wahrgenommen werden. So zum Beispiel, wenn es um alte Steigen, um Grenzbäume und Alleen geht.

Freuen darf man sich auch auf das in Arbeit befindliche Kapitel über die historischen Wege und alten Chauseen. Hier spürt Thomas Büttner den einst bedeutenden Handelswegen nach. Im Kapitel über die Weiherlandschaft und die Seehäuser der Rothenburger Landwehr erfährt man, dass sich einst eine ganze Kette kleiner Seen die Frankenhöhe entlang hinzog. Und die dienten nicht nur der Fischzucht, sondern manche wurden zu Topplers Zeiten auch als natürliches Hindernis in ein Sicherungs- und Verteidigungssystem einbezogen.

Bemerkenswert sind ferner die Ausführungen über die Rohstoffgewinnung in der Landwehr. Bei Hilgartshausen fand sogar ein Abbau von Braunkohle statt und es wurden Vitriol- und Alaunwerke betrieben. Ausgedehnte Steinbrüche unterstreichen, dass der obere Muschelkalk als Baustoff gefragt war.
Auch auf gesellschaftliche und soziale Aspekte verweist die Borschüre, so auf die Entdeckung des Taubertals durch Literaten und Maler im 19. Jahrhundert. Offiziell vorgestellt wird die Publikation im Herbst (voraussichtlich in Tauberzell). Wichtig aber wird dann sein, dass sie nicht nur in Schubladen schlummert. Dr. Büttner hofft auf eine Fortsetzung des Projektes.

diba, 06.07.2007


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