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Edith Schöneck präsentiert vor der Rossmühle den Entwurf für das dort zu platzierende Mühlenweg-Schild. Foto: Weber

Beim Auftakt der Rothenburger Wandertage fällt Startschuss

Mühlenweg steht nun vor der Eröffnung

ROTHENBURG – Ein ganz besonderer Schatz liegt Rothenburg zu Füßen. Kaum ein anderes Gebiet hat so viele unterschiedliche Mühlen aufzuweisen. Allerdings sind sie längst nicht mehr in Betrieb. Da und dort wird die vorhandene Anlage zur Stromerzeugung aus Wasserkraft genutzt oder das Gebäude dient Feriengästen als Quartier. Aber sonst drohen die Zeugen der Vergangenheit in Vergessenheit zu versinken. Der Rothenburger Mühlenweg, der nun am zweiten Oktoberwochenende in einem ersten Teilabschnitt eröffnet wird, dürfte das ändern.

Denn hier lässt sich für den Wanderer und den Historienfreund Natur- und Landschaftsgenuss pur und mit informativen und kurzweiligen Einblicken in diese überaus besondere Sparte der Technik- und Industriegeschichte verbinden.

Wie lässt sich das Kapitel Mühlen in Verbindung mit dem Thema Wasser ins Bewusstsein bringen und auch im Hinblick auf den Tourismus nutzen? Diese Fage ist für Kunsthistorikerin Edith Schöneck aus Obernzenn beim Rothenburger Mühlenweg der springende Punkt. 2006 erhielt sie vom Verkehrsverein unter Vorsitzendem Karl-Heinz Schneider und Stellvertreterin Jutta Striffler den Auftrag zum Entwickeln von Ideen und zum Ausarbeiten eines entsprechenden Konzeptes.

Herausgekommen ist nun eine Wanderlinie, die in der Rothenburger Altstadt beginnt. Die Rossmühle im Kappenzipfel darf als einzige wasserunabhängige Mühle natürlich nicht fehlen auf diesem Pfad der alten Kraftwerke, bevor es von hier hinunter geht über den Essigkrug zur Doppelbrücke, wo die Steinmühle mit ihrem großen Areal und die Herrnmühle zu Füßen der Altstadtkulisse die Akzente setzen.

Dass noch in diesem Herbst Wanderer, Geschichtsinteressierte, Landschaftsgenießer und Heimatfreunde ein erstes Stück des neuen „Rothenburger Mühlenwegs“ begehen und sich auf Müllers Pfaden bewegen können, freut Edith Schöneck ganz besonders. Für sie und alle, die mit an der Verwirklichung dieses gesamten Weges durch das so abwechslungsreiche Mühlenrevier an der Tauber befasst sind, ist dies ein wichtiges Signal nach außen. Es werden davon nicht zuletzt auch Impulse erwartet für alles Weitere, was jetzt noch folgen wird.

„Es war bisher eine schöne, spannende Arbeit und sie wird es auch bleiben“, betont die Kunsthistorikerin. Als sensible und keinesfalls massentouristische Wanderlinie ist der Mühlenweg angelegt. Aber das Projekt will mehr: Es möchte die Mühlen gleichzeitig auch einer fundierten wissenschaftlichen Aufarbeitung zuführen. Der gemeindeübergreifende Ansatz hat bei dem Weg besonderen Stellenwert. Von Anfang an ging es darum, dass alle von dem Konzept überzeugt sind und dass alle an einem Strang ziehen, nicht zuletzt auch jeder einzelne Mühlenbesitzer, alle Bürgermeister und auch die vielen sonstigen Beteiligten aus den verschiedenen Orten an der Tauber hinunter bis zur Landesgrenze.

Das hat einige Energie gekostet, aber nun kann die Ernte für diese Überzeugungsarbeit eingefahren werden. Es herrscht Aufbruchstimmung und es ist eine richtiggehende Mühlenbewegung entstanden, die mit einem Förderverein unter Vorsitz von Lothar Schmidt an der Spitze voller Überzeugung für das Projekt eintritt.

Eröffnet werden soll der erste Abschnitt nun zum Auftakt der Rothenburger Herbstwandertagen mit einer Feier an der Rossmühle. Vor jeder der drei Mühlen kündet, wie künftig vor allen weiteren im späteren Verlauf, ein Stein mit einer Erläuterungstafel als Blickfang ähnlich dem Vorbild auf dem wasserkundlichen Lehrpfad von der neuen Errungenschaft.

Dort finden sich, unterhaltsam aufbereitet und mit Abbildung sowie Lagebezeichnung im Tauberverlauf illustriert, die wesentlichen technischen und historischen Informationen zur jeweiligen Mühle. Sie sind aus dem Text abgeleitet, den der Volkskundler Hans Gustaf Weltzer zusammengestellt hat.
Für die ersten drei Tafeln hat sich bereits ein Förderer gefunden, der die Kosten übernimmt. Insgesamt soll der neue Mühlenweg, der nicht zuletzt Stadt und Land verbindet, zwischen 15 bis 18 Tafeln enthalten, so dass sich künftige Finanzierungspartner durchaus noch einbinden ließen. In einem weiteren Schritt soll sich das Projekt öffnen zum Taubermühlenweg, den jede Gemeinde je nach den Gegegebenheiten auf ihrem Gebiet ausgestalten und durchkonjugieren kann. Aber auch über unseren Raum hinaus soll die Neuerung ausstrahlen. Der Weg ist als Teil eines deutschen oder gar eines europäischen Mühlenwegs gedacht.

Das kann völlig neues internationales Publikum bringen in die Stadt und auch ins Umland. Kooperationen mit dem Wassermuseum Lissabon, mit der Universität in Pecs und auch mit den bedeutenden Baranya-Museen in Ungarn, mit einem Institut in Bologna, mit dem Heimatschutz in den Niederlanden und mit künftigen Partnern in Irland und Tschechien werden ein weites Netz knüpfen. Edith Schöneck hat als „Euopean Cultur Mediator“ Erfahrung, wie man ein Projekt zur Förderreife aus EU-Töpfen bringt.

Durch ihre Arbeit in den verschiedenen Ländern hat sie mit vielen Einrichtungen zu tun und verfügt über persönliche Kontakte dortin. Es ergeben sich dadurch gerade auch für den Rothenburger Mühlenweg interessante Anknüpfungspunkte. Mit seinem internationalen Ansatz und auch mit seiner interkulturen Ausrichtung bei der Pflege des Kulturerbes wäre das Projekt wie geschaffen für eine Vorreiterrolle mit Vorzeigequalitäten. Gerade im kommenden Jahr könnte sich der Mühlenweg ein paar Sonderpunkte holen. Denn für 2008 gilt in der Gemeinschaft auf dem alten Kontinent dem grenzübergreifender und spartenverbindenden Zuschnitt erklärtermaßen der ganz besondere Augenmerk.

Grundweg-Lernpartnerschaften sind angestrebt als erster Meilenstein eines europäischen Mühlenwegs, mit ausgearbeiteten Lehrmodulen und Bildungs-Inhalten. Möglicherweise ergibt sich hier auch die Zusammenarbeit mit der Kinderakademie in Slowenien, die von Edith Schöneck ins Leben gerufen wurde. Lehrerfortbildungen stehen auf der Liste und auch ist schon daran gedacht, einige der Mühlen mit interessanter Kultur zu beleben.

ww, 02.10.2007


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