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Nachrichten 09.12.2016, 08:38 Uhr

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Mitglieder des Mühlenvereins und die Vorstandschaft des Verkehrsvereins freuen sich über die jüngste Station des Rothenburger Mühlenwegs.

Ein weiterer Stein mit Informationstafel wurde aufgestellt

Der Mühlenweg nimmt jetzt weiter Formen an

ROTHENBURG – Schritt für Schritt nimmt der Rothenburger Mühlenweg weiter Formen an. Nachdem im Herbst 2007 die erste Etappe mit insgesamt sechs Mühlen von der Rossmühle bis zur Herrnmühle ihrer Bestimmung übergeben wurde, konnte nun in diesem Jahr noch eine weitere Mühle eingebunden werden.

Im kommenden Jahr soll es dann voraussichtlich wieder mit einem zusätzlichen längeren Abschnitt weitergehen. Für die Initiatoren und für die Motoren dieses Rothenburger Mühlenwegs ist es eine Freude, ihr Werk weiter wachsen und Formen annehmen zu sehen.

Ziel ist es bei ihrem Projekt, das einzigartige denkmalpflegerische und technikgeschichtliche Kapital der Mühlen im Taubertal und Schandtaubertal zu einem interessanten Angebot für Besucher und Einheimische zu verbinden. Hier soll Denkmalpflege, Technikgeschichte, Landschafts- und Naturgenuss erlebbar werden und als besondere und irgendwie faszinierte Verbindung zu spüren sein.
Mit dem ersten Abschnitt, der von der Rossmühle hinunter zur Steinmühle bei der Eselsbrücke und zur Herrnmühle bei der Doppelbrücke führt, war ein Anfang gemacht worden. Aber das war wirklich nur ein erster Schritt. Im Endausbau sollen nämlich zwischen 15 und 18 Mühlen an der Tauber und an der Schandtauber (ursprünglich schöne Tauber) in den Rothenburger Mühlenweg eingebunden sein.

Die Überlegungen gehen sogar noch weiter. In einer nächsten Stufe kann sich, so die Idee, der Weg vom Tauberursprung bei Wettringen bis hinunter nach Tauberzell und Archshofen an der Landesgrenze weiten und sich später zum Taubermühlenweg, zum Deutschen Mühlenweg und gar zum Europäischen Mühlenweg öffnen.

Dabei kann alles mit eingebunden und für Geschichts- und Landschaftsinteressierte aus nah und fern zum einzigartigen Paket geschnürt werden, was sich hier entlang des Wasserlaufs an historischen, technischen, sozialen, ökologischen und auch kulturellen Bezügen bietet. Und das ist eine ganze Menge. So viel, dass sich hier ein wahres Schatzkästlein mit immer neuen Schatzkarten drin auftut.

Gestern kurz nach Mittag fotografiert: Die Lukasrödermühle liegt im Schatten zu Füßen der Rothenburger Riviera und der Altstadtsilhouette.

An der Lukasrödermühle, der neu hinzugewonnenen Station, kamen die Initiatoren und Motoren zusammen, um am frisch aufgestellten Stein zu verdeutlichen, dass es weiter vorangeht mit ihrem Projekt.

Hier ist, wie das an allen bisherigen Mühlenstationen der Fall ist und wie es auch an den noch kommenden der Fall sein wird, eine Informationstafel angebracht. Sie trägt als verbindendes Zeichen das Logo des Rothenburger Mühlenwegs mit zugehöriger Lageskizze aller eingebundenen Mühlen und als Spezifisches die wesentlichen Angaben zur Lukasrödermühle und dazu ist als Illustration ein alter Stich der Mühle zu sehen, der sie in Glanzzeiten zeigt.

Demnach war sie eine Getreide- und Ölmühle, die bereits zwischen 1281 und 1325 im Willkürenbuch der Stadt Rothenburg und 1358 in einer Verkaufsurkunde erwähnt wurde. Zu jener Zeit hieß sie Hasmühle. Sie kam 1511 in den Besitz von Ludwig Röder und trug dann die entsprechende Bezeichnung. 1513 wurde sie erstmals als Lutz Rödermühle erwähnt. Sie war ein Lehen des Deutschen Ordens.
Vier Wasserräder trieben drei Mahlgänge und einen Gerbgang. Das Außergewöhnliche an der Lukasrödermühle ist die heute noch vorhandene flachstufige Eselstreppe. Über sie wurde das Mehl von außen aus dem ersten Stock der Mühle heruntergetragen. Esel konnten bis zu drei Zentner schwere Getreidesäcke tragen und spielten als Nutztiere in den Mühlen des Taubertals eine große Rolle.

Die Mühle besaß zeitweise vier Walzenstühle, drei Mahlgänge und einen Schrotgang. Trotz der noch im Jahr 1950 erfolgten Modernisierung wurde der Mühlenbetrieb nach dem Tod des letzten Müllers Fritz Reinwald eingestellt. 1980 wurde sie zum Schroten wieder in Gang gesetzt.

Heute noch vorhanden ist ein mittelschlächtiges sogenanntes Zuppinger Rad mit gebogenen Holzschaufeln, das zur Stromgewinnung genutzt werden soll. Der jetzige Besitzer, Christian Kleinschroth, steht voll hinter den Anliegen des Mühlenvereins.

Der Verkehrsverein Rothenburg mit seinem Vorsitzenden Karl-Heinz Schneider und der stellvertretenden Vorsitzenden Jutta Striffler haben den Mühlenweg im wahrsten Sinn des Wortes auf den Weg gebracht. Das Konzept und die Koordination übernahm die Kunsthistorikerin Edith Schoeneck aus Obernzenn, die mit ähnlichen Projekten Erfahrung gesammelt hat und schon einiges an Erfolgen vorweisen kann.

Einen großen Anteil an der Arbeit hatte Lothar Schmidt beim Start des Mühlenweges übernommen. Er sorgte für die Gründung eines Fördervereins, dem mittlerweile 50 Mitglieder angehören. Er und der zweite Vorsitzende Alexander Molitor, seines Zeichens Besitzer der Fuchsenmühle, initiieren ein reges Vereinsleben.

Einige der Müller wollen ihre Wasserräder wieder in Gang bringen um das Wasserrecht zu erhalten und um Strom zu erzeugen. Hauptsponsor des Mühlenweges ist die Sparkasse Rothenburg. Die Aufstellung der Steine besorgte die Stadt mit der tatkräftigen Unterstützung durch den Bauhof.

Mit dem Rothenburger Mühlenweg, einem fränkischen Modellprojekt in Bayern, wurde ein Zeichen zum Natur- und Kulturerhalt gesetzt, das langfristig überregional an Bedeutung gewinnen wird. Im Frühling 2009 soll es weitergehen mit den nächsten Mühlen, die eingebunden werden. -ww-

ww, 29.12.2008

 
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