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Von großen Naturstein-Blöcken seitlich eingefasst: die neu eingebaute Fischtreppe oberhalb der Oberen Walkmühle. Foto: Weber

Tauber wird mit Einbauten auf Wasserrahmenrichtlinie eingeschworen

Fischtreppen helfen der Fauna über die Hürden

ROTHENBURG – Mit Einbauten wird derzeit auch die Tauber Stück für Stück auf europäisches Niveau gebracht. Dabei geht es darum, Vorgaben in der Wasserrahmenrichtlinie der Europäischen Union zu erfüllen, den Fluss in einem möglichst guten Zustand zu halten und die natürliche Vielfalt an Pflanzen und Tieren zu fördern. So sind beispielsweise einen Steinwurf fluss-aufwärts der Oberen Haltenmühle und einen Steinwurf flussaufwärts der Schmelzmühle, etwa 300 Meter voneinander entfernt, zwei größere sogenannte Fischpässe eingebaut worden.

Sie weisen eine Länge von jeweils knapp 20 Metern und eine Breite von knapp 2 Metern auf. Relativ massige Muschelkalkquader geben den rampenartigen Anlagen eine Brüstung, die einen Teil des meist relativ langsam vor sich hinfließenden Tauberwassers fassen und über die mit Natursteinen ausgelegte Rampe führen. Die Sohle der Schräge ist bewusst unregelmäßig gehalten. Das heißt, die Steine liegen dort so gegeneinander versetzt, dass sich auf der Rampe Kaskaden bilden und dass sie eigentlich immer unter Wasser stehen sollte.

„Es ist ständig gewährleistet, dass die Anlage überströmt ist und dass sie damit jederzeit ihre Funktion erfüllen kann,“ betont Diplomingenieur Thomas Keller vom Wasserwirtschaftsamt Ansbach, der als Abteilungsleiter für den nördlichen Teil des Landkreises Ansbach zuständig ist. Die Tauber mit ihrem vielfältigen Bestand an Mühlen verschiedenster Funktion ist reich an Querbauwerken, die sich nachteilig für Fauna und Flora auswirken. Fischpässe, auch Fischtreppen genannt, sind ein probates Mittel, hier gegenzusteuern. Freilich sind sie nicht zum Nulltarif zu haben. Insgesamt 15000 Euro, so schätzt Keller, dürften die beiden frisch angelegten Bauwerke zu Füßen des Natursteigs kosten. Finanziell getragen wird dieses wasserwirtschaftliche Projekt ausschließlich aus Landesmitteln.

Schweres Gerät war vonnöten, um die angelieferten Natursteinblöcke in Position zu bringen. Eine Arbeiterkolonne des Wasserwirtschaftsamts war samt Bagger mehrere Tage vor Ort, um im besagten Tauberabschnitt die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass Fische nicht nur flussabwärts, sondern auch flussaufwärts vorankommen können. Von Fischgängigkeit oder Fischdurchgängigkeit eines Gewässers sprechen Fachleute, wenn die entsprechenden Voraussetzungen vorliegen.

Ohne Wanderbewegung lässt sich die Existenz dieser Wasserlebewesen nur schwer vorstellen. Fische brauchen sie beispielsweise, um zu ihren Laichplätzen zu gelangen, um sich Nahrung zu suchen oder auch um einfach nur ihren Lebensraum zu wechseln.

Mit der seit Dezember 2000 gültigen Wasserrahmenrichtlinie wollen die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union das Wasser einheitlich auf einem hohen Niveau schützen. Wasser sei lebenswichtig für Menschen, Tiere und Pflanzen. Deshalb müsse es besonders geschützt werden, heißt es in dem Ordnungswerk.
Bis 2015 sollen deshalb Flüsse, Seen, Küstengewässer in einem möglichst guten Zustand sein. Das gilt auch für das Grundwasser. Als Maßstab zählt dabei unter anderem die natürliche Vielfalt an Pflanzen und Tieren in den Gewässern, ihre unverfälschte Gestalt, die Wasserführung und auch die natürliche Qualität des Oberflächen- und Grundwassers. Eine der größten Chancen und zugleich auch Herausforderungen liegt nach Einschätzung von Fachleuten in der Verpflichtung, die Gewässer grenzüberschreitend zu bewirtschaften. Flussgebiete verstehen sich, wie es dazu heißt, als natürliche Einheiten, von der Quelle bis zur Mündung ins Meer.

Insgesamt 28 Querbauwerke gibt es allein im Tauberabschnitt zwischen der Grenze zu Baden-Württemberg und der Quelle bei Wettringen. Bleibt also noch genug zu tun, um allein auf dieser relativ kurzen Fluss-Strecke die Fischdurchgängigkeit, die durch die Mühlenanlagen vor Jahrhunderten eingeschränkt wurde, wieder in vollem Umfang herzustellen. Dreh- und Angelpunkt dürfte dabei nach Ansicht von Keller sein, wie sich die Mühlenbesitzer hier einbinden lassen.

Nur noch in den wenigsten Fällen wird die Wasserkaft in den Taubermühlen von Rothenburg und Umgebung genutzt. Falls sich dort überhaupt noch Räder drehen, sind es meist Triebwerke, die Bewegungsenergie in elektrische Energie umwandeln. Allerdings, müssten die mit einer Art Bypass (Spange) fischgängig gemacht werden, was ebensowenig zum Nulltarif zu haben ist, wie die bisher verwirklichten Bauwerke zu Füßen des Natursteigs.

Inzwischen haben sich die Bedingungen für alle gebessert, die eine solche Investition auf sich nehmen und damit auch etwas für die Tauber und die Ökologie tun wollen. Seit dem 1. Januar gibt es für jede Kilowattstunde 4 Cent an Einspeisungsvergütung mehr, allerdings nur dann, wenn die gesamte Triebwerksanlage fischgängig ist.

Der Taubermühlenverein ist fest entschlossen, in einem ersten Schritt möglichst noch in diesem Jahr in der Haltenmühle, in der Lukasrödermühle, in der Steinmühle und in der Fuchsmühle die Räder wieder zum Drehen zu bringen und damit nicht zuletzt auch den Fortbestand der Wasserrechte zu sichern. Weitere Mühlen sollen folgen. Allerdings ist Voraussetzung, dass die Eigentümer daran interessiert sind. Der Verein werde dabei seine Hilfe anbieten, heißt es.

ww, 08.01.2009


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