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Nachrichten 14.11.2018, 04:10 Uhr

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Bürgermeister Johannes Schneider (re.) freut sich über den prominenten Weinfachmann. Foto: Schäfer

Internationaler Weinkritiker und Probe-Winzer holte Ernte ein

„Einmaliges Projekt“

TAUBERZELL – Der international bekannte Weinkritiker, Autor und Journalist Stuart Pigott erntete seine Trauben im Tauberzeller Weinberg und kam auf dem Steilhang mit 68 Prozent Neigung ganz schön ins Rutschen.

Der gebürtige Engländer, seit Mitte der 90er Jahre in Berlin beheimatet, hat von Winzer Christian Stahl aus Auernhofen, der im zehn Kilometer entfernten Tauberzell Weinbergflächen bewirtschaftet, eine kleine Parzelle gepachtet, um sich ein Jahr lang als Winzer zu versuchen. Parallel dazu möbelt der 49-Jährige sein Fachwissen als Gasthörer an der Forschungsanstalt für Weinbau in Geisenheim auf. Als berühmter Weinautor hat er sein Ziel hochgesteckt: Sein Müller-Thurgau soll Spitzenklasse werden. Deshalb hat er die Trauben lange hängen lassen, um sie jetzt selektiv zu ernten.

Der deutsche Wein hat es Stuart Pigott angetan. In seinem Buch „Wein spricht deutsch“ schwärmt er von Traditionsbewusstsein und Geschmacksreichtum. Franken hat er sich auch für seinen ersten eigenen Wein ausgesucht. 10 Reihen á 50 Reben bewirtschaftete er in 350 Meter Höhe in den Rebbergen in der Lage Tauberzeller Hasennestle. Und zwar auf „konventionelle Weise“, erzählte er. „Auch jeder Ökowinzer muss spritzen“, so Stuart Pigott, „nur verwendet er schwächere Mittel. Ohne geht es nicht, sonst ist das Ergebnis desaströs.“

Seit Anfang des Jahres fuhr der Gast-Winzer alle zwölf bis vierzehn Tage von Berlin oder Geisenheim an die Tauber, um sich seinem Weinberg zu widmen – bei Wind und Wetter. Den letzten Rebschnitt machte er bei zwanzig Zentimeter Neuschnee. Ein andermal lösten sich im Regen fast seine Handschuhe auf. In den vergangenen Wochen hat er die Ruten zu Flachbogen niedergebunden, die Triebe auf Qualität hin ausgebrochen und mit dem Sitzpflug im Seilzug den Boden bearbeitet. „Die Arbeit im Steilhang ist hart“, räumte er ein und zeigte seine geschundenen Hände. Bei der gestrigen Lese holte er sich sogar einen blutigen Finger. Freunde, Studienkollegen und das Ehepaar Stahl packten bei der Traubenernte mit an. Per Hand sortierten sie die überreifen und von der Edelfäule befallenen Trauben, die noble Süßweine erst ermöglichen, mühevoll aus.

Am Abend zuvor verwöhnte Stuart Pigott seine Helfer mit einem Essen. Lammschulter, Ratatouille und Reis tischte er auf. „Er ist ein guter Koch“, verriet Christian Stahl. Außerdem habe ihn der Journalist als „Kämpfernatur“ beeindruckt. „Er hat sich ein fundiertes Wissen aufgebaut und sein Konzept konsequent durchgezogen, meinte der Auernhofener anerkennend. „Das ist schon oberstes Premium-Qualitätsstreben.“ Auch die Arbeiten im Stahl’schen Weinkeller nimmt Stuart Pigott selbst in die Hand. Zu kaufen gibt es seinen Wein nicht. Die edlen Tropfen sollen im nächsten Jahr im Rahmen der Lesetour für sein Buch „Weinschule“ ausgeschenkt werden und der Erlös der Aids-Stiftung „Wein hilft“ zur Unterstützung einer Hilfseinrichtung in Kapstadt zugute kommen.

Bürgermeister Johannes Schneider, selbst Winzer, hat einen Teil seiner Trauben im Tauberzeller Weinberg in der letzten Woche gelesen und ein Mostgewicht von 96 Grad Oechsle erzielt. „Das ist eine deutliche Steigerung im Vergleich zum Vorjahr“, freute er sich. Den Rest seiner Trauben will er erst in den späten Oktobertagen einholen, um Prädikatsweine zu ernten. „Was die Menge und Qualität betrifft, wird es heuer ein sehr guter Jahrgang“, meinte er. Der Mix aus hohen Temperaturen und viel Regen im Sommer hat dem Wein gut getan. Der warme und eher trockene August hat den bereits gut gediehenen Trauben noch einmal einen Reifeschub gegeben.

sis, 01.10.2009

 
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Café und Tanz
Im Wildbad verbinden sich am Sonntag, 14. April, wieder Café und Tanz. Dieses Mal stehen Tänze zu Musik aus Israel im Mittelpunkt. Im gemeinschaftlichen und religiösen Leben des jüdischen Volkes wird der Tanz seit biblischen Zeiten als Ausdruck der Freude betrachtet. Die Tänze stehen meist im Zusammenhang mit beliebten israelischen Liedern. Sie zeichnen sich durch eine große Vielfalt von Formen und Schritten aus. Im Rokokosaal des Wildbads gibt es am 14. April Gelegenheit, mehr über Musik und Tänze in Israel zu erfahren und gemeinsam mit der Nürnberger Tanzpädagogin Marion Vetter einfache Kreistänze kennenzulernen.

110 Jahre SPD
Der SPD-Ortsverein Rothenburg feiert am Samstag, 20. April, um 19 Uhr im Gasthof „Ochsen“ sein 110-jähriges Bestehen. Als Ortsverein der ältesten demokratischen Partei Deutschlands blickt er stolz auf eine mittlerweile 110-jährige Tradition in Rothenburg zurück. „Das Engagement der Mitglieder, Stadträtinnen und Stadträte, die Oberbürgermeister Friedrich Hörner, Alfred Ledertheil und Herbert Hachtel haben in hohem Maße die Entwicklung unserer schönen Stadt geprägt und den SPD-Ortsverein zu einem festen Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens gemacht“, so der Vorsitzende und Stadtrat Günther Schuster.


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