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Nachrichten 09.12.2016, 08:38 Uhr

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Ist es wert gezeigt und präsentiert zu werden: Transmission oder Getriebe der Steinmühle. Foto: Weber

An der Tauber leben jetzt zunehmend die alten Wasserrechte auf

Die Mühlräder drehen sich wieder wie früher

ROTHENBURG – Im Taubertal zu Füßen von Rothenburg drehen sich jetzt zunehmend wieder Mühlräder, die für einige Jahre oder schon länger stillgestanden hatten. Der vor drei Jahren gegründete Mühlenverein sieht darin einen großen Erfolg seiner Arbeit, auch wenn die Wasserkraft statt früher in Bewegungsenergie nun in elektrische Energie verwandelt und zu Strom gemacht wird.

Hauptsache, die alten Wasserrechte, die zum Teil schon etliche Jahre, manchmal sogar Jahrzehnte ruhen, leben wieder auf, betont Vorsitzender Lothar Schmidt und freut sich über eine richtige Wiedergründungswelle. Denn im Bemühen um die Erhaltung und die Pflege der alten Mühlenkultur könnte das aus seiner Sicht ein ganz entscheidender Schritt sein.

Er sieht Gefahr im Verzug, denn würde das neue EU-Recht streng angewandt werden, könnte einer Mühle ihr Wasserrecht entzogen werden, wenn es drei Jahre ruht. Hintergrund jener Verordnung ist das Ziel, die Wasserläufe möglichst durchgehend durchlässig für Fische zu machen und sie damit biologisch aufzuwerten. Aber wenn wirklich alles auf Durchgängigkeit des Gewässers zugeschnitten wird, wäre so manches gefährdet, das mit Mühlen, ihrem Gebäude und der gesamten Anlage zusammenhängt, meint Schmidt: „Es droht dann unter Umständen der Rückbau und vielleicht sogar auch das Zuschütten der Mühlbäche.“

Für ihn und seinen Verein ist es deshalb eine große Freude, dass sich jetzt wieder in einer der ältesten Mühlen der Stadt, in der Steinmühle, die Räder drehen. Über 700 Jahre lang war dort über Generationen mit Wasserkraft Korn gemahlen worden. Bis 1981 Müllermeister Manfred Gundel (68) sein Handwerk an den Nagel hängte und den Betrieb einstellte. Seitdem wurden das Wasserrad und das Getriebe nicht mehr gebraucht und standen still. Das Wasserrecht ruhte.

Jetzt sah der Steinmüller, beflügelt durch das Projekt des Taubermühlenwegs, die Gelegenheit, das alte Recht aufleben zu lassen und das Wasserrad wieder in Betrieb zu nehmen. Er packte zu, zumal sein Anwesen zwischen Eselsbrücke und Doppelbrücke samt der noch vorhandenen technischen Ausstattung damit beste Chancen hat zur interessanten Schau- und Informationsstation auf dem Mühlenweg zu werden und auch auf möglichst lange Sicht zu überdauern. Dass er Strom erzeugen und gegen Vergütung ins Netz einspeisen kann, hat ihm die Entscheidung noch zusätzlich erleichtert.
Im 13. Jahrhundert war die Steinmühle dem Deutschen Orden so bedeutend, dass er sie kaufte. Die erste urkundliche Erwähnung geht auf diesen Erwerb zurück. Hinweise darauf hat Lothar Schmidt im Rothenburger Stadtarchiv gefunden.

Spannender Moment bei jeder Betriebsaufnahme und bei jeder Wiederinbetriebnahme ist das sogenannte Beschaufeln. Das Wasserrad muss nämlich absolut passgenau im Schacht laufen. Ein bisschen Feinabstimmung brauchte es und Müllermeister Manfred Gundel hatte es geschafft.
Jetzt hat ihn der Ehrgeiz gepackt und er möchte in seiner Mühle, in der die alten Steinmahlwerke ebenso zu sehen sind wie Mahlwerke aus späterer Zeit, auch die Transmission erhalten.

Er plant, dieses Getriebe entweder durch einen mit Plexiglas abgedeckten Ausschnitt im Holzboden sichtbar zu machen für die Besucher oder einen eigenen Schaugraben für diesen Teil der Mühlentechnik anzulegen.
Auch in der Fuchsmühle, gleich neben dem Topplerschlösschen an der Doppelwindung des Taubertalwegs gelegen, dreht sich inzwischen wieder das Mühlrad. Es wird fleißig Strom erzeugt. Mit diesem Schritt stellt Alexander Molitor sein Anwesen auf ein weiteres Bein und gibt ihm mittelfristig und auch langfristig Perspektiven. Schon in den letzten Jahren hat die Mühle auf ihrem Areal einen neuzeitlichen Übernachtungsbetrieb mit Atmosphäre und ein gemütliches Café hinzugewonnen.

Pläne für die Wiederinbetriebnahme des Mühlrades gibt es auch in der Lukasrödermühle. Das Anwesen von Eigentümer Christian Kleinschroth ist im vergangenen Jahr als jüngste Station auf dem Taubermühlenweg hinzugekommen (wir berichteten).

Begonnen worden war das Taubermühlen-Projekt im Herbst 2007 mit einem ersten Abschnitt zu dem die Rossmühle, die Steinmühle und die Herrnmühle (wo sich das Mühlrad schon länger für die Stromerzeugung dreht) gehörten. Im Jahr 2008 kamen dann die Schmelzmühle, die Gipsmühle (Wildbadbereich) und noch die Schwabenmühle (Centmayer) hinzu, 2009 dann neben der Lukasrödermühle auch noch die Hansrödermühle. 2010 möchte der Verein an der Fuchsmühle, an jener Stelle, wo früher die Stegmühle stand, und an der Bronnenmühle den obligatorischen Stationsstein des Mühlenwegs mit aufgeschraubter Informationstafel setzen.

Ein heimisches Geldinstitut, das bisher erfreulicherweise diesen Teil der Investitionen übernommen hat, sorgt auch weiter für die Ausstattung der Stationen. In weiteren Schritten wird es im Verein darum gehen, die Mühlen im Landgebiet tauberaufwärts und tauberabwärts einzubeziehen. „Das ist uns ein wichtiges Anliegen,“ betont Vorsitzender Lothar Schmidt.

ww, 30.12.2009

 
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Café und Tanz
Im Wildbad verbinden sich am Sonntag, 14. April, wieder Café und Tanz. Dieses Mal stehen Tänze zu Musik aus Israel im Mittelpunkt. Im gemeinschaftlichen und religiösen Leben des jüdischen Volkes wird der Tanz seit biblischen Zeiten als Ausdruck der Freude betrachtet. Die Tänze stehen meist im Zusammenhang mit beliebten israelischen Liedern. Sie zeichnen sich durch eine große Vielfalt von Formen und Schritten aus. Im Rokokosaal des Wildbads gibt es am 14. April Gelegenheit, mehr über Musik und Tänze in Israel zu erfahren und gemeinsam mit der Nürnberger Tanzpädagogin Marion Vetter einfache Kreistänze kennenzulernen.

110 Jahre SPD
Der SPD-Ortsverein Rothenburg feiert am Samstag, 20. April, um 19 Uhr im Gasthof „Ochsen“ sein 110-jähriges Bestehen. Als Ortsverein der ältesten demokratischen Partei Deutschlands blickt er stolz auf eine mittlerweile 110-jährige Tradition in Rothenburg zurück. „Das Engagement der Mitglieder, Stadträtinnen und Stadträte, die Oberbürgermeister Friedrich Hörner, Alfred Ledertheil und Herbert Hachtel haben in hohem Maße die Entwicklung unserer schönen Stadt geprägt und den SPD-Ortsverein zu einem festen Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens gemacht“, so der Vorsitzende und Stadtrat Günther Schuster.


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