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Nachrichten 09.12.2016, 08:39 Uhr

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Jämmerliches Bild eines Denkmals: Nach dem Einsturz steht vom alten Mühlengebäude nur noch ein Torso. Foto: Weber

Rothenburg verliert weiteres Denkmal zu seinen Füßen

Obere Walkmühle stürzt in sich zusammen

ROTHENBURG – Ein weiteres denkmalgeschütztes Mühlengebäude zu Füßen von Rothenburg scheint unaufhaltsam dem Verfall preisgegeben zu sein. Die Obere Walkmühle bricht zusammen.

Am historischen Teil des zwischen Haltenmühle und Schmelzmühle an der Tauber gelegenen Gebäudeensembles ist auf zwei Drittel Länge das Dach eingestürzt und es sieht nicht so aus, als könne der Rest dieses altehrwürdigen Gemäuers noch lange Bestand haben.

„Vom Zustand her ist er unseres Erachtens nicht mehr zu halten,“ betont Stadtbaumeister Hans Mühleck auf unsere Anfrage, will sich aber noch nicht festlegen, wie es jetzt weitergeht mit den verbliebenen Resten und ob hier am Ende nur ein paar Grundmauern übrigbleiben werden vom einstigen Mühlenstolz. Er verweist auf einen kommenden Termin vor Ort mit dem Landesamt für Denkmalpflege. Dabei soll das weitere Vorgehen besprochen werden.
Offensichtlich haben starke Regenfälle Ende August dem oberen Teil des alten Mühlentraktes endgültig den Garaus gemacht. Durch ein großes Loch, das schon längere Zeit im Dach klaffte, drang Wasser ein. Größere Mengen Stroh, die dort im Spitzboden lagern, sogen sich dabei voll, ließen mit ihrem Gewicht die Dachkonstruktion weiter in die Knie gehen und brachten den nordwestlich gerichteten Giebel zum Einsturz.

Der obere Teil der Gebäudefront kippte aufs Dach zurück, riss dabei die bis dahin noch fast vollständig bestehende, mit Ziegeln gedeckte Konstruktion der Holzbalken und -sparren mit und ließ sie in sich zusammenkrachen.
Ob sich die Stadt als untere Denkmalbehörde in diesem Fall vorhalten lassen muss, zu lange zugeschaut und nichts getan zu haben? Fest steht, dass schon längere Zeit ein größeres Loch im Dach klaffte, ohne dass etwas geschehen wäre. „Das Gebäude liegt ziemlich versteckt. Da kommt man nicht ständig vorbei,“ sagt Mühleck.

Unser letztes Foto, das den historischen Teil der Walkmühle mit noch relativ intakter Nordwest-Fassade zeigt, stammt vom zweiten Juli-Wochenende. Eine Plane, über die Öffnung im Dach gelegt, hätte einiges verhindern oder zumindest verzögern können, und das bei relativ geringem Aufwand.

Vor Jahren schon hatte das Stadtbauamt am Gebäude eine Brettkonstruktion anbringen lassen. So sollte verhindert werden, dass vom bereits recht angegriffen wirkenden Dach Ziegel auf den dort vom Taubertalweg unterhalb des Waldschwimmbads zur Nördlinger Straße verlaufenden Wanderpfad fallen und Passanten verletzen können. Inzwischen verhindert ein Sperrgitter von unten den Zutritt auf diesen unmittelbar oberhalb der alten Mühle verlaufenden Weg.
„Der Einsturz jetzt ist schade. Uns war nicht bewusst, dass es so kritisch steht um das Gebäude,“ sagt der Stadtbaumeister. Und ergänzt bedauernd: Es werde trotz aller Bemühungen nicht gelingen können, alle denkmalgeschützten Mühlen zu erhalten, so sehr man sich das auch wünsche. Vor allem wenn es an einer Nutzung fehlt und Eigentümer finanziell überfordert seien.

Auch der Mühlenverein, der die Tradition dieser Bauten hochhält und Geschichtsinteressierte, Naturfreunde und Wanderer auf den Taubermühlenweg führt, kann solche bedauerlichen Verluste offensichtlich nicht verhindern. Kaum ein anderes Gebiet hat so viele unterschiedliche Mühlen aufzuweisen. In Betrieb sind sie längst nicht mehr. Da und dort wird die vorhandene Anlage zur Stromerzeugung aus Wasserkraft genutzt oder das Gebäude dient Feriengästen als Quartier.

Falls eine Nutzung vorhanden ist, steht es meist einigermaßen hoffnungsvoll um den Fortbestand der historischen, denkmalgeschützten Gebäude. Aber falls nicht, drohen die Zeugen der Vergangenheit in Vergessenheit zu geraten und sind nach wie vor dem Verfall preisgegeben, wie der aktuelle Fall Obere Walkmühle zeigt.

Mühlenbesitzerin ist eine ältere Frau, die nach dem Tod ihres Mannes vor rund zehn Jahren allein im nebenstehenden Wohnhaus lebt. Sie möchte nicht mit Namen genannt werden. Jenes neuere Gebäude sei vor rund 30 Jahren beim Um- und Ausbau der Mühlenscheune entstanden, erzählt sie uns. Und weiter: Die finanziellen Mittel, die nötig gewesen wären, um den alten Teil der Mühle zu sichern und zu erhalten, stünden ihr einfach nicht zur Verfügung.

Ganz abgesehen davon, dass das zuletzt als Schafstall genutzte Gebäude im Innern total marode gewesen sei: Da seien schon Mauern eingestürzt gewesen und Balken so morsch, dass die gebundene Holzkonstruktion auseinanderfiel. Nach dem Einsturz führt jetzt offensichtlich nichts mehr am Abriss vorbei. Auch das wird Geld kosten. Der Mühleneigentümerin ist schon ganz bange wegen der Ausgaben, die sie da auf sich zukommen sieht.

ww, 21.09.2010

 
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