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Fuchsmühle: Das Wasserrad ist nicht überbaut. Foto: Krieger

Für denkmalpflegerische Leistungen prämiert

Vorbildlich hergerichtete Zeugnisse

ROTHENBURG – Drei Objekte aus Rothenburg bzw. deren Eigentümer gehören zu den 56 Preisträgern aus den Landkreisen Ansbach, Neustadt-Bad Windsheim, Roth und Weißenburg-Gunzenhausen bei der 36. Denkmalprämierung des Bezirks Mittelfranken. Bei der Ehrungsveranstaltung heute, Freitag, ab 15.30 Uhr in der Sparkasse Feuchtwangen sind sie bei den 28 Ausgezeichneten, die in diesem ersten Teil der insgesamt auf zwei Teile ausgelegten Würdigung zum Zug kommen.

Anlässlich der Preisüberreichung ist im Foyer des Geldinstituts in der Kreuzgangstadt (Hindenburgstraße 22) eine Ausstellung des Bezirks Mittelfranken zum Thema Denkmalpflege zu sehen. Dabei werden bis zum 24. Februar Bilder und auch textliche Erläuterungen der aktuell prämierten Objekte gezeigt, die in weiten Teilen auch als Begründung für die getroffene Auswahl zu verstehen sind. Fotos und Texte der Mühlen sowie Fotos des Herrnschlöss­chens steuert Julia Krieger (M.A.) bei. Sie ist wissenschaftliche Mitarbeiterin des Bezirks Mittelfranken und stellvertretende Bezirksheimatpflegerin. Die textlichen Erläuterungen zum Herrnschlösschen stammen von der Volkskundlerin Daniela Sandner aus Bamberg, die in diesem Zusammenhang als Mitautorin in Erscheinung tritt.

Bei der aktuellen Denkmal-Prämierung des Bezirks Mittelfranken gibt es auch noch einen vierten Rothenburger Aspekt. Unter der Federführung des Architekturbüros Knoll und Kono­patzki in der Klingengasse ist die Sanierung des Kulturamts in Feuchtwangen (Markt 2) zu einem Vorzeigebeispiel geworden und gehört auch zu den ausgezeichneten Objekten. Im Anschluss an die Prämierungsveranstaltung ab 17.30 Uhr ist eine Führung durch diesen vorbildlich hergerichteten Abschnitt vorgesehen. Architekt Andreas Konopatzki wird das Projekt zeigen und dabei erläutern.

Das gegenüber der Franziskanerkirche in der Rothenburger Altstadt gelegene Herrnschlösschen geht auf einen mittelalterlichen Wohnturm des 11. Jahrhunderts zurück. Es gilt als das älteste urkundlich erwähnte Gebäude der Stadt und auch als einer der ältesten Profanbauten Mittelfrankens. „Im Laufe ihrer jahrhundertelangen Geschichte war die burgartige Anlage mit Turm zahlreichen Umbauten unterworfen, verlor aber nie ihr mittelalterliches Erscheinungsbild“, betont Daniela Sandner.

Sie verweist auf weitere Pluspunkte: „Im Inneren zeugen heute jedoch nur noch historische Details von der mittelalterlichen Vergangenheit des Herrnschlöss­chens, das nun ein luxuriöses Hotel beherbergt.“

Der Umbau zum exklusiven Designhotel sei mit zahlreiche Sanierungsmaßnahmen sowie einen enormen Aufwand verbunden gewesen, unterstreicht die Volkskundlerin. Gästezimmer und Versorgungsräume sind nach ihrer Einschätzung auf höchstem technischen Niveau und in vorbildlicher Weise nachsichtig modernisiert.

Soweit es möglich war, konnten bei dem Projekt charaktervolle Balken und Holzkonstruktionen in der Originalfassung bewahrt werden. Freigelegte Natursteinwände zeugen vom zeitlichen Ursprung des mittelalterlichen Gemäuers. Es hat sich gelohnt, dass bei dem Projekt großer Wert aufs Details gelegt wurde. Daniela Sandner: „Durch vorgesetzte Fenster konnten die Butzenscheiben beibehalten bleiben.“

Das charaktervolle Kellergewölbe wurde für den Einbau von Sauna und Duschen genutzt und bietet damit dem Wellnessbereich des Hotels standesgemäß Platz. Im Barockgarten, dessen Struktur noch erhalten war, wachsen heute typische Pflanzen und unter anderem auch alte Obstbaumsorten.
„Durch das exklusive Hotel im Herrnschlösschen weht wieder ein Hauch seiner mittelalterlichen Geschichte. Tradition und Moderne ergänzen sich hier in bemerkenswerter Weise. Auch die Richtlinien des Denkmalschutzes wurden vorbildlich umgesetzt“, betont Daniela Sandner.

Eigentümer des Objektes ist der Wa chsenberger Bauunternehmer Christian Stein. Er hat das Herrnschlösschen im Sommer 2006 ersteigert. Konzipiert und geplant von seinem eigenen Ingenieurbüro, ist dieses besondere Gebäude der Rothenburger Stadtgeschichte mit Bedacht hergerichtet und auf die künftige Nutzung ausgelegt worden. Das im Juni 2010 eröffnete Hotel Herrnschlösschen wird von Ulrike und Klaus Wörle als Pächter betrieben.

Für den Erhalt der historischen Kulturlandschaft und angesichts ihrer nahezu siebenhundertjährigen Geschichte sind die Mühlen von großer Bedeutung. Im ehemaligen Staatsgebiet der Freien Reichsstadt Rothenburg säumten zwischen 1350 und 1800 fast 40 Mühlen die Tauber zu Füßen der Stadt. Allein 20 Mühlen lagen dicht an dicht auf einer Flusslänge von nur rund zwei Kilometern mehr oder minder direkt unterhalb der Stadtmauer.

Die Bedeutung dieses in weiten Teilen noch vorhandenen Kulturguts hätten nicht zuletzt auch die Mitglieder des Fördervereins „Taubermühlenweg e.V.“ erkannt, betont Julia Krieger. Ziel der von Lothar Schmidt geführten Vereinigung ist es, die zahlreichen Taubermühlen mit Informationstafeln auszustatten und zu einem Wanderweg zu verbinden. Ein erheblicher Abschnitt konnte im vergangenen Herbst in Betrieb genommen werden. Jetzt wird noch weiter ausgebaut.
Der Verein hat sich aber auch zum Ziel gesetzt, die Mühlen funktionstüchtig zu halten beziehungsweise wieder in Betrieb zu nehmen. Nur so nämlich können die oft ruhenden, alten Wasserrechte wieder aufleben oder erhalten bleiben und der Entzug des Wasserrechts, der nach aktuellem EU-Recht nach drei Jahren Stillstand eines Wasserrads droht, vermieden werden.

Mit Unterstützung des Vereins konnten in den letzten Jahren zahlreiche Mühlen mit Informationstafeln ausgestattet werden und sind damit wieder ein gutes Stück mehr präsent als ohne diese Angaben. „Auch zwei stillstehende Mühlen, deren Wasserrecht ruhte, konnten wieder in Betrieb genommen werden,“ freut sich Julia Krieger.
Eine davon ist die Steinmühle von Manfred Gundel, idyllisch zwischen Esels- und Doppelbrücke gelegen. Sie gilt als die älteste Mühle Rothenburgs. Bereits im 12. Jahrhundert existierte sie und befand sich eine Zeitlang sogar im Besitz des Deutschen Ordens.

Um 1650 wurde die Kornmühle zu einer Sägemühle erweitert, 1920 zur Kunstmühle modernisiert. 1981 gab der Müllermeister sein Handwerk auf. Seitdem ruhte das Wasserrecht.
„Glücklicherweise blieb die gesamte technische Ausstattung der Mühle unangetastet, und so konnte der Müllermeister, angeregt vom Projekt des Taubermühlenwegs, seine Mühle wieder in Betrieb nehmen,“ betont Julia Krieger.
Er musste dafür umfangreiche Instandsetzungsarbeiten leisten, die nicht nur das Wasserrad und das Getriebe, sondern auch die Wasserführung betrafen. Die Steinmühle erzeugt seitdem nicht nur Strom, der ins Netz eingespeist wird, sondern ist auch zu einer interessanten Schaustation am Taubermühlenwanderweg geworden.

Die Fuchsmühle von Alexander Molitor ist die zweite Rothenburger Mühle, deren Wasserrad wieder in Betrieb genommen werden konnte. 1447 erstmals urkundlich erwähnt, besteht sie „wohl bereits seit dem 14. Jahrhundert“, wie Julia Krieger mutmaßt. Sie liegt an der Doppelwindung des Taubertals, gleich neben dem berühmten Topplerschlösschen.

Der Hauptbau stammt im Kern noch aus dem 15./16. Jahrhundert; die Nebengebäude sind im 18. und 19. Jahrhundert errichtet worden. Die vorhandene Mühlentechnik wurde um 1900 angeschafft und um 1970 zuletzt modernisiert. 1989 stellte die Fuchsmühle als letzte noch produzierende Mühle im Rothenburger Stadtgebiet ihren Betrieb ein.

Bemerkenswert findet Julia Krieger das große Mühlrad, das nicht, wie sonst im Taubertal üblich, überbaut worden ist, um es vor Wettereinflüssen zu schützen. Hinter einer Abzäunung ist es von außen für jeden Besucher einsehbar. Seit 2010 drehe sich glücklicherweise auch dieses Mühlrad wieder, nachdem es die Eigentümer – ebenfalls unterstützt vom Verein „Taubenmühlenweg“ in aufwendigen Sanierungsarbeiten wieder gangbar gemacht haben.
So musste am Rad die Beschaufelung erneuert werden; am Wasserbau und am Getriebe waren umfangreiche Maßnahmen nötig, fasst Julia Krieger zusammen. Angeschlossen an die Anlage ist jetzt ein Generator, der die hier lebende Familie mit Strom versorgt.

Der Taubermühlenverein freut sich mit den beiden Mühlenbesitzern über die Prämierungen und sieht das nicht zuletzt auch als Ansporn für seine weitere Arbeit.

ww, 10.02.2012

 
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Café und Tanz
Im Wildbad verbinden sich am Sonntag, 14. April, wieder Café und Tanz. Dieses Mal stehen Tänze zu Musik aus Israel im Mittelpunkt. Im gemeinschaftlichen und religiösen Leben des jüdischen Volkes wird der Tanz seit biblischen Zeiten als Ausdruck der Freude betrachtet. Die Tänze stehen meist im Zusammenhang mit beliebten israelischen Liedern. Sie zeichnen sich durch eine große Vielfalt von Formen und Schritten aus. Im Rokokosaal des Wildbads gibt es am 14. April Gelegenheit, mehr über Musik und Tänze in Israel zu erfahren und gemeinsam mit der Nürnberger Tanzpädagogin Marion Vetter einfache Kreistänze kennenzulernen.

110 Jahre SPD
Der SPD-Ortsverein Rothenburg feiert am Samstag, 20. April, um 19 Uhr im Gasthof „Ochsen“ sein 110-jähriges Bestehen. Als Ortsverein der ältesten demokratischen Partei Deutschlands blickt er stolz auf eine mittlerweile 110-jährige Tradition in Rothenburg zurück. „Das Engagement der Mitglieder, Stadträtinnen und Stadträte, die Oberbürgermeister Friedrich Hörner, Alfred Ledertheil und Herbert Hachtel haben in hohem Maße die Entwicklung unserer schönen Stadt geprägt und den SPD-Ortsverein zu einem festen Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens gemacht“, so der Vorsitzende und Stadtrat Günther Schuster.


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